KARRIEREWEGE IM CONSULTING - INTERVIEW #2
„Wenn ich zurück ins Consulting gehe, dann zu firstwaters."
Junior, Associate, Consultant, Manager - viele Unternehmensberatungen bieten einen standardisierten und strukturierten Karriereweg. In der Praxis ist das jedoch selten der Fall - und vor allem nicht immer vereinbar mit der Realität der Mitarbeiter:innen. In unserer Interview-Serie “Karrierewege im Consulting” bietet euch Andreas Deuerling (HR Manager bei firstwaters) einen Blick hinter die Kulissen - am Beispiel echter Charaktere aus der Consultingbranche.
ANDREAS (HR-Manager)
Daniel, dein Weg zu firstwaters war nicht der klassische Direkteinstieg. Wie bist du damals initial zur Firma gekommen?
DANIEL (Senior Consultant)
Ich war vorher einige Jahre in einer großen Unternehmensberatung - klassisches Consulting, breite Themen, gute Schule. Der Wechsel zu firstwaters hat mich dann aufgrund des spezialisierten Fokus auf die Finanzbranche gereizt. Das Unternehmen war zu dem Zeitpunkt noch deutlich kleiner, rund 45 Mitarbeiter, also ein ganz anderes Umfeld als heute. Ich bin im Juli 2017 eingestiegen und direkt am ersten Tag in einem Projekt in Wien gestartet. Kein sanfter Einstieg, sofort mittendrin.
ANDREAS (HR-Manager)
Wie haben sich die ersten Jahre bei firstwaters entwickelt?
DANIEL (Senior Consultant)
Sehr intensiv und inhaltlich mit großem Tiefgang. Ich war über eineinhalb Jahre in einem größeren Projekt im Genossenschaftsbankensektor, danach eineinhalb Jahre bei einer internationalen Direktbank. Dann kamen kürzere, sehr abwechslungsreiche Einsätze bei verschiedenen Kunden aus dem deutschen und österreichischen Bankenumfeld. Thematisch hat das immer gepasst, ich konnte meine Expertise gezielt einbringen. Dazwischen hatte ich auch die Möglichkeit ein sechsmonatiges Sabbatical einzulegen - eine bewusste Auszeit, die firstwaters möglich gemacht hat.
ANDREAS (HR-Manager)
2022 hast du dann firstwaters verlassen – was war damals der Hauptgrund?
DANIEL (Senior Consultant)
Es war keine Unzufriedenheit mit firstwaters, sondern eher das Bedürfnis nach einer neuen Herausforderung. Andere Branche, andere Themen, eine etwas andere Rolle ausprobieren. Ich wollte einfach mal raus aus dem vertrauten Muster und schauen, was woanders passiert. Das ist, glaube ich, ein legitimer Wunsch – und kein Zeichen, dass irgendetwas falsch gelaufen wäre.
ANDREAS (HR-Manager)
Du bist dann zu einem anderen Unternehmen gewechselt. Was hat dich dort erwartet?
DANIEL (Senior Consultant)
Eine völlig andere Welt – im positiven Sinne. Ich bin zunächst als externer Berater im Requirements Engineering eingestiegen, bei einem großen Konzern außerhalb der Finanzbranche. Später bin ich auf die interne (Kunden-)Seite gewechselt und dort als Product Owner tätig gewesen. Was mich überrascht hat: Ich konnte deutlich mehr von meinen bisherigen Skills anwenden, als ich erwartet hatte. Die Rolle hatte viel mit Stakeholder Management und Projektsteuerung zu tun: andere Themen, andere Branche, aber im Kern ähnliche Mechanismen. Drei Jahre lang war das eine wertvolle Erfahrung. Aber irgendwann hat sich das Gefühl eingestellt, dass ich eine neue Herausforderung brauche und so hat die Zeit dort ihren natürlichen Abschluss gefunden.
ANDREAS (HR-Manager)
Wie kam es dann zum Comeback bei firstwaters?
DANIEL (Senior Consultant)
Ich habe Ende 2025 zunächst ein zweites Sabbatical gemacht – bewusst Pause, Neuorientierung. Und in dieser Phase ist mir klargeworden, was mir gefehlt hat: das operative Arbeiten, das proaktive Aufdecken von Pain Points, der direkte Einfluss auf Ergebnisse. Weniger Fokus auf Prozesse und Stakeholder-Koordination, mehr inhaltliche Tiefe. Und dann war da natürlich der Gedanke: Falls ich zurück ins Consulting gehe, dann nur zu firstwaters.
Der Kontakt war schnell wiederhergestellt, Anfang des Jahres wurden Mails ausgetauscht und nach ein paar Gesprächen wurde es konkret: schnell, unkompliziert, auf Augenhöhe – genau wie ich es aus meiner ersten Zeit bei firstwaters in Erinnerung hatte.
ANDREAS (HR-Manager)
Ist das ein ungewöhnlicher Karriereweg für die Consultingbranche?
DANIEL (Senior Consultant)
Für die Branche ja, für firstwaters ehrlich gesagt: nein. Es gibt bei firstwaters eine kleine, aber echte Tradition von Rückkehrern. Leute, die gegangen sind, andere Erfahrungen gesammelt haben und dann festgestellt haben, dass das hier etwas Besonderes ist. Ich bin nicht der Erste und werde vermutlich nicht der Letzte sein. Das sagt, glaube ich, einiges über die Kultur aus. Es gibt kein Nachtragen, keine Berührungsängste. Die Tür bleibt offen für Menschen, die charakterlich und professionell ins Team passen, unabhängig davon, welche Wege sie zwischendurch gegangen sind.
ANDREAS (HR-Manager)
Wie sieht dein Wiedereinstieg konkret aus – und was nimmst du dir für die Zukunft vor?
DANIEL (Senior Consultant)
Ich bin seit meiner Rückkehr direkt bei einem neuen Kunden im Einsatz, wo ich meine Expertise perfekt einsetzen kann. Was sich verändert hat: Ich bringe heute deutlich mehr Erfahrung mit – nicht nur fachlich, sondern auch menschlich. Die Möglichkeit, jüngere Kolleginnen und Kollegen zu begleiten, Erfahrungen weiterzugeben, war früher keine bewusste Rolle für mich. Jetzt schon. Der Dreiklang aus Fachlichkeit, Methodik und Technologie ist das Fundament, das firstwaters auszeichnet – und das möchte ich gezielt weiterentwickeln und jetzt auch weitergeben, auch an der Schnittstelle zwischen Fach und Tech. Das fühlt sich nach dem richtigen nächsten Schritt an.