Regulation & Reporting

Regulation & Reporting

Die Bankenwelt hat sich in den vergangenen Jahren aufgrund von regulatorischen Anforderungen stark verändert. Die kontinuierliche und rasche Entwicklung der Banken- und Kapitalmarktregulierung ist mit sich ständig ändernden sowie neuen Vorgaben verbunden, die von den betroffenen Finanzinstituten zu erfüllen sind. Neue Anforderungen an die Ermittlung der Eigenkapitalanforderungen für das Markt- und Kreditrisiko und transaktionsbasierte Reportings an Melderegister sind zwei Beispiele für neue qualitative Anforderungen.

Mit SFTR, der Benchmark-Regulierung und der damit verbundenen Ablösung von Referenzzinssätzen durch neue risikofreie Zinssätze und dem Brexit stehen weitere regulatorische Vorgaben an, welche die Produktgestaltung, die Prozesse und die Systeme von Finanzinstituten entscheidend verändern werden. Die höheren Anforderungen an Risikosteuerungsprozesse führen zu erheblichem Anpassungsbedarf in den Banken. 

Unsere Experten beobachten und analysieren alle neuen regulatorischen Anforderungen aufmerksam. Hieraus leiten wir für unsere Kunden relevante Veränderungen ab. Wir entwickeln auf Basis dieser Erkenntnisse umsetzungsorientierte Strategien und Konzepte, die wir genau auf unsere Kunden und deren Bedarf zuschneiden. 

Neben der Einführung neuer regulatorischer Anforderungen unterstützen wir Sie bei der Definition von Zielprozessen, beim Change-Management und bei der Weiterentwicklung Ihrer IT-Systeme. 

Die Implementierung der durch die EMIR (European Markets und Infrastructure Regulation) eingeführten Neuregelungen des OTC-Derivatemarkts hat den Finanzinstituten insbesondere in den letzten Jahren viel Einsatz und Ressourcen abverlangt. Mit dem Ziel, eine krisenfestere Marktinfrastruktur zu schaffen, definiert die EMIR Maßnahmen in den drei Themenblöcken Clearingpflicht für standardisierte OTC-Derivate, Meldung von Derivategeschäften an zentrale Transaktionsregister sowie risikomindernde Maßnahmen für ungeclearte OTC-Derivate. 

Unsere Berater haben auf zahlreichen Projekten im EMIR-Umfeld unseren Kunden dabei geholfen, erfolgreich die konzeptionellen und systemseitigen Erfordernisse zu meistern, die die Umsetzung der Anforderungen sicherstellen. Wir haben Kunden bei der Anbindung an zentrale Gegenparteien (CCP) als Clearing Member unterstützt, das Clearing für Clearing Clients über Clearing Member ermöglicht und Clearing Members bei dem Aufbau des neuen Geschäftszweigs Client Clearing geholfen. Projekte im Umfeld der Meldung von Derivategeschäften an Transaktionsregister sowie der Etablierung risikomindernder Maßnahmen im bilateralen Geschäft mit ungeclearten OTC-Derivaten runden unsere Projekterfahrung ab. 

Im Bereich EMIR unterstützen wir auch weiterhin! So kann z.B. die Erweiterung der Clearingpflicht auf bisher nicht clearingpflichtige Derivate die Anbindung an einen CCP erforderlich machen. Im Besicherungsprozess steht aktuell die Implementierung strengerer Vorschriften an. EMIR ReFit und die Einführung der Initial Margin Pflicht sind weitere regulatorische Herausforderungen, die durch die Finanzinstitute umzusetzen sind.

Unsere Leistungsangebote im Bereich EMIR (Auszug):

  • ­Anbindung von Kreditinstituten an einen zentralen Kontrahenten (Central Counter Party) als Clearing Member oder als Clearing Client über einen Clearing Broker 
  • ­Überarbeitung der Prozesse im Risikomanagement und den Handelssystemen
  • ­Umsetzung der Anforderungen aus von EMIR ReFit und der Initial Margin Pflicht
  • Einführung und Optimierung bestehender Collateral Management Systeme (wie z.B FIS Apex Collateral, IBM Algo Collateral)

Die Finanzkrise hat demonstriert, dass vorhandene Risiken im Bereich der Wertpapierfinanzierungsgeschäfte nur schwierig zu erkennen und zu messen sind. Ohne geeignete Analyseinstrumente konnten die Regulierungs- und Aufsichtsbehörden den negativen Entwicklungen auf dem Markt nicht entgegenwirken. Mit SFTR, der Verordnung zur Meldung von Wertpapierfinanzierungsgeschäften, soll die Transparenz von Wertpapierfinanzierungsgeschäften deutlich erhöht werden. Analog zur EMIR-Verordnung sollen diese in Zukunft auch an ein Transaktionsregister gemeldet werden.

Vor allem die Bereitstellung der zusätzlich erforderlichen Daten und deren Abstimmung durch das Transaktionsregister werden die betroffenen Finanzinstitute vor neue Herausforderungen stellen. Viele der meldepflichtigen Daten sind in den unterschiedlichsten Systemen einer Bank zu finden. Die Herausforderung für unsere Kunden besteht darin, den gesamten Datenbestand entsprechend den bereichsspezifischen Berichtsanforderungen zu identifizieren, zusammenzuführen, zu harmonisieren und in einer SFTR konformen Qualität an das Transaktionsregister zu melden.

Die Meldepflicht wird stufenweise eingeführt und beginnt am 11. April 2020, wobei in der ersten Phase Kreditinstitute und Wertpapierfirmen betroffen sind. Im zweiten Schritt sind zentrale Gegenparteien und Zentralverwahrer zum 11. Juli 2020 meldepflichtig. Fonds (OGAW, AIF) und Versicherungsunternehmen am 11. Oktober 2020 und nichtfinanziellen Gegenparteien am 11. Januar 2021.
Firstwaters unterstützt Sie als kompetenter Partner bei der Konzeption und Umsetzung der SFTR Meldung. Dabei unterstützen wir Sie während der gesamten Projektlaufzeit von der Konzeption über die Umsetzung bis zum Go Live.

Unser Angebot umfasst:

  • Impact-Analyse SFTR
  • Anforderungsmanagement und GAP-Analyse Datenverfügbarkeit
  • Anpassung UTI-Generierung 
  • Auswahl Transaktionsregister und Umsetzung der Anbindung 
  • Umsetzung und Einführung der ESMA-konformen Meldung und der erforderlichen Reports
     

Als Reaktion auf den „LIBOR-Skandal“ wurden vom IOSCO die „Principles for Financial Benchmarks“ definiert und von der EU durch die Benchmark Verordnung in europäisches Recht überführt. Als Konsequenz dürfen für Neugeschäfte ab 2021 ausschließlich genehmigte Referenzzinsätze verwendet werden.

EONIA, EURIBOR und LIBOR werden in ihrer bekannten Form nicht mehr eingesetzt werden dürfen. Aktuell arbeiten die Benchmark-Administratoren an möglichen Anpassungen der IBOR-Sätze und deren Ermittlungsmethodik. Ob dies ausreicht, um die IBOR-Sätze auch zukünftig zu verwenden und dafür die Genehmigung der Regulatoren zu erhalten ist derzeit noch offen. Parallel wird an einer neuen Familie von Referenzzinssätzen gearbeitet, den sogenannten Risk-Free Rates (RFRs). Während es in anderen Währungsräumen bereits neue RFRs (z.B. SONIA, SARON) gibt, wartet der Euroraum noch auf die Veröffentlichung des €STR am 2. Oktober 2019. Dieser wird von der EZB administriert und soll zukünftig den EONIA als zentralen Tagesgeldsatz für EUR im europäischen Währungsraum ersetzen.

Die anstehenden Veränderungen werden einige Herausforderungen für die bankinterne Umsetzung der Reform enthalten. Auch wenn derzeit einige Fragen bzgl. der konkreten Umsetzung noch zu klären sind, sollten Finanzinstitute sich bereits zum jetzigen Zeitpunkt vorausschauend mit den neuen Herausforderungen und den zu verwendenden Lösungsansätzen beschäftigen. Der Wechsel auf neue Referenzzinssätze auf RFR-Basis zieht tiefgreifende Veränderungen für Märkte und Marktteilnehmer nach sich. Produkte, Verträge, Prozesse und IT Systeme der Finanzinstitute sind an vielen Stellen von den anstehenden Veränderungen betroffen, insbesondere in den Bereichen:

  • ­    Pricing und FTP
  • ­    Clearing und Collateral Management
  • ­    Finance und Risk
  • ­    Hedging
  • ­    Legal und Documentation
  • ­    Sales

Firstwaters unterstützt Sie als kompetenter Partner bei der Analyse der Auswirkungen der IBOR-Reform und der Umsetzung der erforderlichen Anpassungen in ihren IT-Systemen und Geschäftsprozessen.

Unser Angebot umfasst:

  • Impact-Analyse der IBOR-Reform auf Produkte, Verträge, Prozesse und IT Systeme   
  • Umsetzung der Anpassungen in IT-Systemen und Prozessen
  • Management von IBOR Projekten sowie deren bankweite Koordination
     

Die angespannte Marktsituation während der Finanzkrise hat signifikante Schwachstellen an der allgemeinen Ausrichtung der Eigenkapitalunterlegung für Marktpreisrisiken offengelegt. Als Reaktion hierauf hat der Basler Ausschuss für Bankenaufsicht (kurz BCBS) den Standard zur Ermittlung der Eigenkapitalanforderungen für das Marktpreisrisiko (BCBS 352) definiert. Der Standard sieht tiefgreifende Änderungen in den folgenden Themenbereichen vor:

  • Überarbeitung der Handelsbuchabgrenzung: Zukünftig bestehen explizite Vorgaben für eine zwingende Zuordnung von bestimmten Geschäften zum Handels-/Bankbuch 
  • Überarbeitung des Internen Modell Ansatzes (IMA): Der finale Standard sieht ein strengeres Genehmigungsverfahren für interne Modelle auf Ebene einzelner Trading Desks vor
  • Überarbeitung des Standardansatzes (SA): Das Papier sieht einen sensitivitätsbasierten Standardansatz vor. Die Gesamtkapitalanforderung ergibt sich aus der Summe des Delta-, Vega-, Gamma- und Default-Risikos sowie eines pauschalen Add-ons für Risiken, die nicht über Sensitivitäten modellierbar sind
  • Überarbeitung der Risikomethodik: Die Value-at-Risk basierte Berechnungsmethodik wird zukünftig durch den Expected Shortfall (97,5 %) ersetzt
  • Berücksichtigung des Marktilliquiditätsrisikos: Im IMA werden produktspezifische Liquiditätshorizonte (10 bis 250 Tage) bei der Eigenkapitalunterlegung berücksichtigt

Auf Basis der regulatorischen Anforderungen ergeben sich die folgenden Handlungsfelder für Institute: 

  • Überarbeitung des Prozesses für die Zuordnung von Risikopositionen zum Handels- und Bankbuch sowie des Umwidmungsprozesses
  • Einführung des neuen Standardansatzes 
  • Erweiterung der internen Modelle von einer VaR-basierten Berechnung zum Expected Shortfall sowie Einführung neuer statistischer Methoden und Prozesse für das Backtesting 
  • Analyse der Auswirkungen auf die Eigenkapitalunterlegung von verschiedenen Produkten, Portfolien, Handelsstrategien und Geschäftsmodellen
  • Neuausrichtung des Risikomanagements und -controllings an den neuen regulatorischen Vorgaben, 
  • Umsetzung von neuen Anforderungen an das aufsichtsrechtliche Meldewesen sowie der Risikoberichterstattung der Institute, 
  • Implementierung/Weiterentwicklung von Marktrisikosystemen sowie deren Integration in die bestehende Front-Office-Architektur

Unsere Leistungsangebote FRTB (Auszug): 

  • ­Durchführung von Vorstudien zur Analyse der Auswirkungen auf die Organisationsstruktur, Prozesse, Datenversorgung und Systemlandschaft des Institutes 
  • ­Analyse der regulatorischen Standards/Gesetzestexte, Spezifikation von Fachanforderungen und Entwicklung von Ziellösungen zur Kalkulation, Steuerung und Optimierung des Marktpreisrisikos gemäß dem neuen Standard 
  • ­Systemnahe Fachkonzeption, DV-Konzeption und Testbegleitung bei der Implementierung bzw. Erweiterung von Marktrisikosystemen 
  • ­Management von Umsetzungsprojekten
     

Referenzen

Im Rahmen von MiFD II hat sich eine internationale Börsengruppe mit Sitz in Frankfurt dazu entschieden, einen Reporting Hub zur Erfüllung von Transparenz- und Meldepflichten für ihre Kunden aufzubauen. Mit einem Beraterteam aus mehr als 10 fachlichen und technischen Beratern hat Firstwaters den Kunden bei der Konzeption, Umsetzung und dem Testing der Serviceplattform unterstützt. Insbesondere die Verbindung aus fachlicher Expertise, technischen Skills und Methodik-Know-How innerhalb von Firstwaters hat zum Projekterfolg beigetragen. Nach erfolgtem Go-Live des Reporting Hubs unterstützen wir den Kunden aktuell bei der funktionalen Weiterentwicklung der Plattform und dem Aufbau weiterer Meldeservices.

Firstwaters begleitet als zuverlässiger und kompetenter Partner einen Dachverband deutscher Kreditinstitute bei der Analyse regulatorischer Anforderungen (u.a. EMIR, SFTR) und Klärung ihrer Auswirkungen auf die Finanzgruppe. Im Rahmen einer langfristig ausgelegten Zusammenarbeit agieren die Spezialisten von Firstwaters als Sparringspartner bei der Analyse und Umsetzung neuer regulatorischer Anforderungen innerhalb der Gruppe. Neben der Analyse der Anforderungen sind die inhaltliche Vorbereitung und Durchführung von Arbeitskreisen, die Erarbeitung und Abstimmung von Handlungsempfehlungen und die Bewertung und Auswahl von Lösungsanbietern Gegenstand der langjährigen Zusammenarbeit.