MiFID II / MiFIR

Der Handel von Wertpapieren und Derivaten wird durch das Gesetzgebungspaket MiFID II / MiFIR maßgeblich beeinflusst. Kreditinstitute müssen in 2016 / 2017 erhebliche Änderungen in ihren Beratungsprozessen umsetzen und ihre Handelsinfrastruktur anpassen. Wesentliche rechtliche Rahmenbedingungen werden erst im Juni 2016 konkretisiert – im Rahmen von Q&A gegebenenfalls auch erst danach. Kreditinstitute müssen in einem unsicheren und veränderlichen regulatorischen Umfeld schnelle und zwingende Projektfortschritte erzielen.

Im Bereich der Handels- und Abwicklungsarchitektur bestehen vor allem die folgenden Anforderungen. Allen gemeinsam ist die Notwendigkeit zur Erhebung und Ablage neuer statischer Daten für Finanzinstrumente, da beispielsweise die Eigenschaften „liquide/liquide“ und „handelsplatzgehandelt ja/nein“ eines Instruments maßgeblich für die Folgepflichten des Instituts sind.

Offenlegung & Meldewesen:

  • Das Kreditinstitut muss nach Geschäften in handelsplatzgehandelten Instrumenten zeitnahe Meldepflichten erfüllen (Nachhandelstransparenz)
  • Im Eigen- und Kundengeschäft müssen Positionslimite für Rohstoffderivate überwacht werden
  • Best Execution-Prozesse müssen angepasst werden, z.B. wegen Reporting von „Top 5-Ausführungsplätzen“
  • § 9 WpHG-Meldesätze (Neu §26 MiFIR-Meldung) müssen auf alle Finanzinstrumente, die selbst oder deren Basiswerte an einem Handelsplatz gehandelt werden, ausgedehnt werden; die Meldefelder sind ebenfalls auszuweiten, beispielsweise auf Felder zur Identifizierung handelnder Personen, Gremien und Computer-Algorithmen und wegen in Anspruch genommenen Erleichterungen bei Vor- und Nachhandelstransparenz
Systematische Internalisierung:

  • Der Begriff der Systematischen Internalisierung wird von Aktien auf den Großteil der Finanzinstrumente ausgeweitet, und hat z.B. Auswirkung auf das Geschäft in Bonds und Derivaten
  • Eine neue, verbindliche quantitative Herangehensweise an die Definition der systematischen Internalisierung findet Anwendung, und erfordert die Prüfung auf das Überschreiten von Schwellenwerten in der Handelstätigkeit
  • Systematische Internalisierung in Eigenkapital- und Nichteigenkapitalinstrumenten, die an einem Handelsplatz gehandelt werden, löst die Pflicht zur Quotierung (Vorhandelstransparenz) aus, d.h., ein Systematischer Internalisierer muss seinen Kunden verbindliche Kursofferten zugänglich machen
  • Systematische Internalisierer gelten selbst als Ausführungsplatz und müssen Daten über ihre Ausführungsqualität veröffentlichen Wir haben umfangreiche Erfahrung bei der Reorganisation des Front/Middle und Back Office. Eine Vielzahl von erfolgreich abgeschlossenen Referenzprojekten belegen unsere fachliche und technische Expertise im regulatorischen Umfeld.
Unsere Leistungsangebote für das Thema MiFID II / MiFIR:

  • Analyse der gesetzlichen Anforderungen aus europäischer Gesetzgebung (MiFID II, MiFIR, RTSI/ITS) und aus nationaler Umsetzung (FimanoG, Rechtsverordnungen)
  • Aufnahme der Fachanforderungen, Erarbeitung der Relevanz der gesetzlichen Anforderungen für die Geschäftstätigkeiten
  • Entwicklung der Ziellösung für den Schwerpunkt Markt-/Handelsinfrastruktur, z.B. zu den Prozessen für die Klassifizierung als Systematischer Internalisierer, Vor- und Nachhandelstransparenz, Reportingpflichten und Einhaltung organisatorischer Vorgaben
  • Systemnahe Fachkonzeption, Testbegleitung und Umsetzung in der IT-Architektur
  • Management des Gesamtprojekts